Prüfwerker in der ZfP: Ein praxisnaher Einstieg in die zerstörungsfreie Prüfung
27. April 2015
Die Qualifizierung zum Prüfwerker bietet Unternehmen einen praxisnahen Einstieg in die zerstörungsfreie Prüfung.
Gerade in der metallverarbeitenden Industrie, im Maschinenbau und in der Stahlerzeugung gilt es, bestehende Spitzenpositionen zu sichern und weiter auszubauen. Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel in vielen technischen Bereichen zu einem dauerhaften Thema geworden. Entsprechend hoch ist der Bedarf an gut ausgebildetem Personal in der Qualitätssicherung und Werkstoffprüfung.
Eine praxisnahe Möglichkeit, Mitarbeiter an die zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) heranzuführen, bietet die Qualifizierung zum Prüfwerker.
Flexible Qualifizierung nach DIN 54161
Ein besonderer Vorteil des Prüfwerker-Konzepts besteht darin, dass die Ausbildung nach DIN 54161 flexibel an die spezifischen Anforderungen einzelner Unternehmen angepasst werden kann. Dadurch lässt sich die Qualifizierung gezielt auf typische Prüfaufgaben in der jeweiligen Produktion oder Qualitätssicherung ausrichten.
Gleichzeitig unterstützt die Prüfwerker-Ausbildung die kontinuierliche Mitarbeiterschulung im Sinne der Qualitätsmanagementanforderungen nach DIN EN ISO 9001. Zudem kann sie als Vorbereitung auf weiterführende Qualifizierungen nach DIN EN ISO 9712 dienen.
Typische Aufgaben eines Prüfwerkers
Die Qualifizierung zum Prüfwerker vermittelt grundlegende Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die in vielen Bereichen der industriellen Qualitätssicherung benötigt werden – etwa in der Wareneingangsprüfung, in der laufenden Fertigungskontrolle oder in der Endkontrolle von Bauteilen. Zu den vermittelten Inhalten gehören unter anderem:
- verfahrens- und gerätetechnische Grundlagen für Standard-Prüfaufgaben
- sichere Handhabung von Prüfgeräten und Zubehör
- Durchführung von Funktionskontrollen
- Durchführung von Prüfungen mit voreingestellten Geräten nach Prüfanweisung
- Nachweis von Materialschädigungen
- Protokollierung und Dokumentation von Prüfergebnissen
Damit erhalten Mitarbeiter eine solide Grundlage für praktische Prüftätigkeiten im industriellen Umfeld.
Aufbau und Ausbildungsdauer
Die Qualifizierung zum Prüfwerker besteht aus theoretischem Unterricht und praktischen Übungen. Die Mindestdauer der Ausbildung ist in der DIN 54161 festgelegt und richtet sich nach den jeweiligen Prüfverfahren. Die Mindestausbildungszeiten betragen:
- 12 Stunden für die Prüfverfahren Sichtprüfung (VT), Eindringprüfung (PT), und Magnetpulverprüfung (MT)
- 24 Stunden für die Prüfverfahren Ultraschallprüfung (UT), Durchstrahlungsprüfung (RT), und Wirbelstromprüfung (ET)
Durch diese modulare Struktur kann die Qualifizierung gezielt auf die im Unternehmen eingesetzten Prüfverfahren abgestimmt werden.
Vorbereitung auf weiterführende ZfP-Qualifizierungen
Die Prüfwerker-Qualifizierung ist nicht zertifizierungsfähig im Sinne der DIN EN ISO 9712. Sie stellt jedoch einen wichtigen ersten Schritt dar, um Mitarbeiter auf weiterführende ZfP-Qualifizierungen vorzubereiten. Neben grundlegenden Fachkenntnissen sammeln Teilnehmer bereits praxisrelevante Erfahrung im Umgang mit Prüfverfahren und Prüfgeräten. Diese Erfahrung kann später für weiterführende Qualifizierungen nach DIN EN ISO 9712 von großem Wert sein.
W.S. Werkstoff Service GmbH – Kompetenz in Werkstoffprüfung
Bei weiteren Fragen zum Thema Prüfwerker – etwa zu beruflichen Voraussetzungen, Fördermöglichkeiten, Qualifizierungsnachweisen oder Kursterminen – stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Die Termine unser nächsten Prüfwerker-Kurse sind online verfügbar.
Auf Anfrage bieten wir zudem firmenspezifische In-house-Schulungen an, sofern eine entsprechende Teilnehmerzahl erreicht wird.