Großprojekt Eisenbahnräder: Eindrücke aus Karabük und Safranbolu

11. Juli 2014

In der Altstadt von Safranbolu mischen sich griechische und orientalische Architektur-Einflüsse auf eine eindrucksvolle Weise.

Neben der technischen Zusammenarbeit ermöglichen Dienstreisen auch Einblicke in die Kultur, Geschichte und die traditionsreiche Metallverarbeitung der Region. In der Altstadt von Safranbolu mischen sich griechische und orientalische Architektur-Einflüsse auf eine eindrucksvolle Weise.

Seit Februar ist W.S. Werkstoff Service Partner im Großprojekt „Aufbau einer Fertigungsstrecke für Eisenbahnräder“ in der türkischen Stadt Karabük. Ein internationales Projekt dieser Größenordnung erfordert eine umfangreiche Planung und Koordination. Dazu gehören zahlreiche Abstimmungen mit den türkischen Partnern, viele Telefonate und hin und wieder auch Besuche vor Ort.

Auch wenn sich auf solchen Dienstreisen vieles um den aktuellen Projektstand, offene Aufgaben und organisatorische Details dreht, bleibt am Abend meist noch etwas Zeit, um die Gastfreundschaft, die Landschaft und die Mentalität der türkischen Kollegen näher kennenzulernen.

Safranbolu: Architektur zwischen Orient und Mittelmeer

Ein Ziel abseits der Projektarbeit war die historische Karawanenstadt Safranbolu, die etwa zwölf Kilometer von Karabük entfernt liegt. Die Stadt entwickelte sich aus einer Station entlang der alten Handelsrouten der Seidenstraße und war bereits in byzantinischer Zeit bis weit ins Mittelalter hinein ein bedeutendes Handelszentrum. Aus dieser Epoche stammt auch ein großer Teil der Architektur der Altstadt, die sich bis heute in bemerkenswertem Umfang erhalten hat.

In der Altstadt verbinden sich griechische und orientalische Architektureinflüsse auf eindrucksvolle Weise. So stehen dreigeschossige Fachwerkbauten im griechischen Stil in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer zentralen Karawanserei und mehreren Moscheen, die deutlich orientalisch geprägt sind. Auch der alte Basar mit seinen kleinen Ständen sowie weitere historische Bauwerke erinnern an die lange Tradition Safranbolus als Handelsstadt. Schon früh war die Region nicht nur für Handel, sondern auch für die Eisenverarbeitung bekannt – eine Tradition der Metallverarbeitung, die bis heute fortlebt.

Gespräche jenseits des Konferenzraums

Die historische Altstadt bietet einen idealen Rahmen, um zu flanieren, die regionale Küche zu genießen und sich mit internationalen Kollegen auszutauschen. Oft lassen sich dabei auch Projektthemen informell besprechen. Gleichzeitig lernt man viel über die kulturellen und arbeitsbezogenen Gewohnheiten der Gastgeber und findet gemeinsam Lösungen für technische oder organisatorische Fragen.

In solch einem Umfeld macht Zusammenarbeit besonders viel Freude. Oder, um es mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe zu sagen: „Reisen bildet.” Ganz nebenbei erfährt man übrigens auch, dass der Name Safranbolu – entgegen einer naheliegenden Vermutung – nichts mit dem Gewürz Safran zu tun hat.

Das KARDEMIR-Projekt

Im Rahmen des Projekts unterstützt W.S. Werkstoff Service den Partner KARDEMIR (Iron & Steel Works) unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Festlegung der Anforderungen an Prüfanlagen für die zerstörungsfreie Prüfung
  • Begleitung der Inbetriebnahme dieser Anlagen
  • Optimierung von Prüfabläufen für Material- und Bauteilprüfungen
  • Beratung zur Anpassung des Qualitätsmanagementsystems an eisenbahnspezifische Anforderungen
  • Unterstützung bei der Zertifizierung nach IRIS (International Railway Industry Standard)
  • Vorbereitung der Produktzertifizierung von Eisenbahnrädern nach TSI (Technical Specification for Interoperability)
  • Schulungen von Mitarbeitenden

Ziel ist es, die Qualitätsprozesse von KARDEMIR weiterzuentwickeln und die zukünftige Fertigung von Eisenbahnrädern entsprechend den Anforderungen der internationalen Bahnindustrie auszurichten.

Lesen Sie auch:

Aktuelles – Unsere neusten Beiträge

Unser Newsletter – Jetzt anmelden!

Warenkorb
Nach oben scrollen