Schäden erkennen, Schadensmechanismen verstehen, Bauteilversagen vermeiden.
Es gibt vielfältige Gründe für die Durchführung von Schadensanalysen. Sie können technischer, wirtschaftlicher oder auch juristischer Art sein. Schlussendlich geht es aber auch immer um die zukünftige Schadensvermeidung.
Dafür sind jedoch detaillierte Kenntnisse über Schädigungsmechanismen und die Interpretation von Schädigungsbildern notwendig. Auf ihrer Basis können Konstruktionen, Werkstoffe, Fertigungsverfahren, Prüf- und Qualitätsprozesse sowie Betriebsbedingungen optimiert werden, um zukünftiges Bauteilversagen zu verhindern. Das Seminar gibt den Fachleuten die dafür notwendigen Werkzeuge an die Hand.
Inhalte Seminar TSA1
Tag 1 (08:30 – 17:45 Uhr)
- Einführung in die Schadensanalyse – Historische Schadensbeispiele
- Anerkannte Regeln der Technik für die Schadensanalyse – VDI 3822, ISO/IEC 17020 und ISO/IEC 17025
- Eigenspannungen – Entstehung und Bedeutung für die Schadensanalyse
- Schäden in Schweißnähten – Entstehung, Nachweis und Interpretation
- Schäden in Wärmebehandelten Bauteilen
> Übung 1: Wärmebehandlung und Schweißen
Tag 2 (08:30 – ca. 16:30 Uhr)
- Schäden durch Gewaltbruch – Entstehung, Nachweis und Interpretation
- Ermüdungsschäden – werkstofftechnische Grundlagen
- Ermüdungsschäden – Entstehung, Nachweis und Interpretation
- Schadensanalyse mit Methoden der Dauer- und Zeitfestigkeitsanalyse und der Bruchmechanik
> Übung 2: Gewaltbruch und Ermüdungsbruch
Abschluss: Diskussion, allgemeine Fragen und Feedback
Was wird im Seminar TSA1 vermittelt?
- Wissen über die wesentlichen Schadensmechanismen und Schädigungsarten
- Regeln für eine systematische und strukturierte Vorgehensweise bei der Schadensanalyse
- Knowhow für die Ursachenfindung und die Bewertung von Bauteilschäden
- Kenntnisse über die Möglichkeiten von Schadensakkumulations- und Bruchmechanik-Modellen in der Schadensanalyse
- Richtlinien für die Auswahl von Prüfmethoden und prüftechnische Vorgehensweisen bei der Schadensanalyse
Wer sollte am Seminar TSA1 teilnehmen?
- Mitarbeiter aus dem technischen Kundenservice und dem technischen Reklamationsmanagement und der Qualitätssicherung
- Schweißaufsichten und Prüfaufsichten für die zerstörungsfreie Prüfung
- Entwicklungsingenieure und Konstrukteure
- Verantwortliche aus Fertigungs- und Anlagenüberwachung
- Mitarbeiter von Ingenieurbüros und Abnahmegesellschaften
- Schadensanalytiker, Sachverständige, Gutachter
- Mitarbeiter von Prüflaboren und Inspektionsstellen
Dozenten W.S. Spezial
Dr.-Ing. Lorenz Gerke und Andreas Leitner (MSc), sind als Sachverständige für unsere akkreditierte Inspektionsstelle (ISO/IEC 17020) und unser akkreditiertes Prüflabor (ISO/IEC 17025) tätig. Beide verfügen über mehr als zehn Jahre praktische Erfahrung in der Begutachtung und systematischen Untersuchung von Schadensfällen gemäß VDI-Richtlinie 3822.
In ihrer täglichen Arbeit untersuchen sie eine große Bandbreite metallischer Bauteile, darunter Schrauben, Kugellager, Schweißkonstruktionen, Eisenbahnräder und Wärmetauscher. Dabei führen sie schadensanalytische Untersuchungen unter anderem am Stereo-, Licht- und Rasterelektronenmikroskop selbst durch und bewerten die dabei gewonnenen Befunde.
Auch vor Ort Begehungen beim Kunden gehören zu ihrem Aufgabenbereich: Bei Begehungen erfassen sie Schadensbilder direkt am Bauteil, bewerten die Situation und wählen gezielt Proben für die weitere Untersuchung im Labor aus. Diese unmittelbare Verbindung praktischer Werkstoffprüfung und technischer Schadensanalyse prägt ihre Arbeit – und fließt direkt in die Seminare von W.S. Spezial ein.
