5.Teil – Konformitätsbewertung durch die akkreditierte Inspektionsstelle
Die Kernkompetenz der nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditierten Inspektionsstelle besteht in der Durchführung von Inspektionen – also den Untersuchungen eines Erzeugnisentwurfes, eines Erzeugnisses, einer Dienstleistung, eines Fertigungs- oder Prüfprozesses bzw. einer Anlage und deren Konformitätsbewertung. Diese Konformitätswertung erfolgt für spezifische Anforderungen auf der Basis von Normen oder normativen Dokumenten und für allgemeine Anforderungen auf der Grundlage einer sachverständigen Beurteilung. Die Ergebnisse der Inspektion werden in einem Inspektionsbericht zusammengefasst.
In der Akkreditierungsurkunde der Inspektionsstelle sind die Verfahren gelistet, für die der Inspektionsstelle durch die Akkreditierungsstelle die Kompetenz bestätigt wurde – das ist der Geltungsbereich der Akkreditierung. Wenn Prozesse (z.B. Prüfprozesse mit zerstörungsfreien Prüfverfahren in automatisierten Anlagen) inspiziert werden, kann sich die Inspektion auf Personen, Einrichtungen oder auch die Methodik erstrecken. Zu den Untersuchungsmethoden, die im Rahmen einer Inspektion angewendet werden, kann die Prüfung ebenso gehören, wie das Audit oder die Berechnung. Die für die Durchführung von Inspektionen verantwortlichen Mitarbeiter einer Inspektionsstelle werden nachfolgend Inspektoren genannt.
Die Inspektion ist dem Wesen nach eine deutlich komplexere Konformitätsbewertung als die Prüfung und unterscheidet sich von dieser insbesondere auch darin, dass sie Sachverständigentätigkeiten einschließt.
An die akkreditierte Inspektionsstelle werden umfassende Anforderungen bezüglich technischer Einrichtungen und Qualitätsmanagement gestellt. Die Inspektionsstelle muss über geeignete Einrichtungen und Geräte verfügen, um die Untersuchungen vornehmen zu können, die mit der Inspektion verbunden sind. Unterbeauftragungen sind zwar zulässig, aber es wird in der Norm gefordert, dass die Inspektionsstelle die vertraglich übernommenen Inspektionen möglichst selbst durchführt.
Ein Schwerpunkt der normativen Forderungen an eine Inspektionsstelle liegt im Bereich Personal, um sicher zu stellen, dass Qualifikation und Erfahrung der Inspektoren geeignet sind, um sachverständige Beurteilungen hinsichtlich der Übereinstimmung mit allgemeinen Anforderungen treffen zu können. Die Fachkompetenz der Inspektoren bezüglich der Inspektionsgegenstände muss daher Herstellungsprozesse, Einsatzbedingungen, mögliche Fehler und Fehlerauswirkungen umfassen. Inspektoren müssen also über „Systemkenntnisse“ verfügen.
Zentrale Bedeutung für eine akkreditierte Inspektionsstelle und deren Inspektoren haben deren Unabhängigkeit und Unparteilichkeit. Verschiede „Grade von Unabhängigkeit“ kommen in der Klassifizierung A, B und C der Inspektionsstellen zum Ausdruck:
- Die Inspektionsstelle Typ C ist direkt an der Herstellung, Konstruktion oder Nutzung der Gegenstände, die sie inspiziert, beteiligt. Für diese Inspektionsstelle ist es ausreichend, dass die Organisation, der sie ggf. angehört, eine angemessene Trennung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit den Inspektionsleistungen gewährleistet.
- Die Inspektionsstelle Typ B ist Teil einer Organisation, die Gegenstände herstellt, konstruiert, oder nutzt, welche die Inspektionsstelle inspiziert. Diese Inspektionsstelle ist aber organisatorisch eindeutig abgegrenzt und nicht involviert in die Herstellung, Konstruktion, Nutzung der inspizierten Gegenstände. Inspektionsleistungen dürfen von der Inspektionsstelle Typ B nur für die „eigene“ Organisation erbracht werden.
- Die Inspektionsstelle Typ A ist eine unabhängige und unparteiische Stelle. Weder sie noch ihre Inspektoren sind involviert in die Herstellung, Konstruktion oder Nutzung der Gegenstände, die sie inspiziert. Für die Inspektionsstelle und ihre Mitarbeiter sind grundsätzlich Tätigkeiten ausgeschlossen, die ihre Unabhängigkeit und Integrität gefährden. Die Dienstleistung der Inspektionsstelle dieses Typs muss für alle Interessierte ohne Diskriminierung zugänglich sein.

Vergleicht man die Normen DIN EN ISO/IEC 17025 und 17020 miteinander, so wird deutlich, dass die Forderungen an die Inspektionsstelle insofern deutlich über die an das Prüflabor hinausgehen, als dass besondere Ansprüche an Personalkompetenz, Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Integrität gestellt werden. Dies ist nicht zuletzt die Konsequenz aus der Komplexität des Inspektion und der Notwendigkeit sachverständiger Beurteilungen in Bezug auf allgemeine Anforderungen. Zusammenfassend liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit einer akkreditierten Inspektionsstelle in der:
- Untersuchung von Erzeugnissen, Dienstleistungen, Fertigungsprozesses, Anlagen, … auf der Basis von Verfahren, für die die Inspektionsstelle akkreditiert ist,
- Bewertung der Untersuchungsergebnisse auf ihre Konformität mit spezifischen Anforderungen oder durch sachverständige Beurteilung mit allgemeinen Anforderungen,
- Entscheidung hinsichtlich der Konformität, wobei es üblicherweise keine Trennung gibt, zwischen den Personen, die bewerten, und denen, die entscheiden,
- Erstellung eines Inspektionsberichtes, der die Konformitätsaussagen beinhaltet und dessen Konformitätsbestätigung für den konkreten Inspektionsgegenstand und für den Zeitpunkt der Inspektion gilt.
Eine Übertragung der Aussagen des Inspektionsberichtes auf andere, Erzeugnisse, Anlagen, oder Fertigungsprozesse als die, die durch den Inspektionsgegenstand repräsentiert werden oder auf andere Zeiten („Extrapolation“ in die Zukunft) ist nicht zulässig.

Eine typische Fragestellung an eine akkreditierte Inspektionsstelle wäre: „Ist die Festigkeit dieses Bauteils ausreichend, um unter typischen Betriebsbedingungen zuverlässig zu funktionieren?“ Gegenstand der Inspektion wäre es dann u.a. auch, die Begriffe „typisch“ und „zuverlässig“ zu spezifizieren und in eine sachverständige Beurteilung einzubeziehen.
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Ich fange direkt mal mit dem teuersten Buch an, denn es ist zugleich ein sehr fachspezifisches.
Fachkunde Metall – Ursprünglich für Auszubildende konzipiert, ist es heute eher ein Buch, das sich an angehende Techniker und Meister richtet. Ausreichende Kenntnisse der Metall-Grundbegriffe werden beim Lesen zwingend vorausgesetzt. Sind diese vorhanden, sind auch die zahlreichen Grafiken und Abbildungen sehr gut verständlich.
Nach der Lektüre dieses Buches ist man garantiert kein „Dummie“ mehr – klar strukturiert und anschaulich geschrieben. Empfehlenswert ist das Buch insbesondere für Schnell- und Quereinsteiger, weil es viele Grundlagen, die man sich im „normalen Berufsleben“ kaum zu fragen traut, ausführlich erklärt.
Wärmebehandlung des Stahls – Das Buch überzeugt mich durch seine zahlreichen Abbildungen, die das komplexe Thema Wärmebehandlung erst so richtig begreifbar machen. Obwohl nur in schwarz/weiß (ich kenne nur die Auflage 2006)– und nicht so bunt wie manch anderes Buch, sind es gerade diese Grafiken dieses Buches, die sich in meinem Gedächtnis festgesetzt haben. Hinzu kommt ein klarer und sachlicher und eher nüchterner Sprachstil.
Dieses Buch ist zugegebenermaßen eher ein Nachschlagebuch, als denn eine spannende Lektüre – aber als solches eine sichere Bank. In der älteren Ausgabe bestand fast noch die Hälfte des Buches aus dem Tabellenteil, in wie weit sich das in der neuen Ausgabe geändert hat, kann ich gar nicht sagen?!?
Werkstofftechnik: Werkstoffe – Eigenschaften – Prüfung – Anwendung(Autor: Seidel, Hahn) Dieses Buch ist unbestritten einer der Klassiker der Szene und das meiner Meinung nach auch zu Recht. Mit den lernzielorientierten Tests, die jedem Kapitel angefügt sind, gibt es eine ideale (Selbst-)Kontrolle.
Aufgabensammlung Werkstoffkunde (Autoren: Weißbach, Dahms) – Kein Fachbuch im „normalen“ Sinn, sondern ein reines Übungsbuch für diejenigen, die sich gern selber quälen oder vor Prüfungen einfach auf „Nummer sicher“ gehen wollen. Das Buch richtet sich allerdings hauptsächlich an Studenten und angehende Techniker.
Industrielle Fertigung. Fertigungsverfahren (Autor: Dietmar Schmid) Wie der Titel schon andeutet, ein Buch das sich besonders auf den Entstehungsprozess von Bauteilen bezieht und aus dieser Perspektive die Fertigungsverfahren beschreibt und begründet. Es ist Interessant und sehr spannend geschrieben, beleuchtet aber nur ein Teilaspekt der meisten allgemeinen Metallberufe.
Werkstofftechnik Maschinenbau: Theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen (Autoren: Drube, Kammer, Läpple, Wittke) Manche schwören auf dieses Buch – denn sie kommen mit seiner Strukturierung und dem Aufbau sehr gut zurecht. Es ist nicht nur etwas für Studenten an der FH / Uni, sondern auch für angehende Werkstoffprüfer eine interessante und wichtige Informationsquelle. Manchmal kommt es etwas trocken und theoretisch daher, ist aber dafür sehr ausführlich und umfassend. Ideal ist es auch zum Selbststudium und zur Prüfungsvorbereitung (auch für Ausbilder & Dozenten) geeignet.
Grundlagen der Werkstofftechnik (Autoren: Riehle, Simmchen) Mit fast 60 Euro eines der teuren Bücher in der Liste. Eine der Stärken des Buches ist, das sehr genau und präzise auf die Werkstoffprüfungsverfahren eingegangen wird. Das ist für Materialprüfer und Werkstofftechniker sicher sehr interessant. Alle anderen Themen kommen zwar nicht zu kurz, stehen aber nicht so sehr im Fokus. Daher ist hier das Preis–Leistungs-Verhältnis zu bedenken.
Was man hin und wieder mal braucht und dann meist nie zur Hand hat, ist ein gutes Wörterbuch für Techniker – in diesem Fall für „Metaller“. Und damit sind bei diesem Buch nicht nur die Ingenieure des Fachs gemeint.
Vorbereiten auf Ausbildung und Beruf Ein Buch für all jene, die noch ganz am Anfang stehen oder erst noch austesten, ob ihnen das Berufsfeld überhaupt zusagt.
Ein „Klassiker“ und anerkannte Basis des Berufsfeldes: Der Stahlschlüssel.
Ebenfalls ein Klassiker und bei den Rezensionen stets hoch gelobt: Das Tabellenbuch Metall (mit Formelsammlung / Broschiert / Autor: Ullrich Fischer). Ähnlich dem Stahlschlüssel ist es vollgepackt mit Formeln, erweitert um Kurzerklärungen und dient somit dem schnellen Auffinden von Infos die man zum arbeiten braucht. Somit ideal für Auszubildende und all jene die in beruflichen Praxis schnell Informationen recherchieren müssen.
Abschließend und sicherheitshalber gebe ich noch den folgenden Hinweis: Die Liste spiegelt mein subjektives Empfinden wieder und beruht auf persönlichen Eindrücken.















Da sind zum einen die Klassiker: das Periodensystem der Elemente (PSE). Nützlich bei der Spektrometrie. Möchte man irgendetwas über ein chemisches Element wissen, so zum Beispiel die Nachweisfähigkeit oder die chemischen Eigenschaften, so macht man mit den meisten PSE Apps nichts falsch. Ich benutze die Merck PSE App, denn die bietet praktischerweise zusätzlich noch einen Molmasserechner. Zudem bietet sie noch eine Menge weiterer „Spielereien“, wie Informationen über die Entdecker und die Geschichte des jeweiligen Elements, dazu noch Bilder und eine wirklich gute Kategorisierungs- und Suchfunktion. Bei alledem noch eine sehr „fluffige“ und spielerische Bedienung, dank der es Spaß macht, auch außerhalb der Arbeitszeit reinzuschauen. Damit ist die Merck PSE App eine der besten auf ihrem Gebiet und dazu noch kostenlos. Gibt es sowohl für Apple- als auch Android-Geräte.
Ähnlich komfortabel in der Bedienung und auch optisch ein Highlight: der Stahlberater von Abrams. Leider nur für die vom Unternehmen angebotenen Stähle. Aber man erfährt so Manches über deren Eigenschaften, wie zum Beispiel die Korrosionsbeständigkeit, Zugfestigkeit oder die Zusammensetzung. Vorhanden im AppStore als auch Android Market.
Nach demselben Schema funktioniert auch die Klöckner Mobile App. Mit einem Härtevergleich nach Vikers, Brinell und Rockwell ist man hier schnell zur Hand und auch der Material/Rohr-Rechner, sowie der Aluminium-Rechner sind nützliche Inhalte dieser App. Optisch nicht ganz so spannend, aber dafür kostenlos und informativ. Diese App gibt es sowohl für Apple als auch für Android Market. Das sind zwei Apps, die man für die Werkstoffkunde ganz gut gebrauchen kann.
Eine ganz witzige Spielerei sind die verschiedenen Metall-Detektoren, die es am Markt so gibt. Ich habe die AppMetaldetektor von Smart Tools im Gebrauch. Die zeigt zwar nur an, dass irgendwo Metall ist, aber es gab schon in einigen Situationen erstaunte Gesichter, wenn man auf einer Baustelle mit dem Handy eine „Goldader“ gefunden hat. Gibt es im Android Market – Vergleichbares auch im App Store allerdings nur für iPhone, Besitzer eines iPads müssen 0,79€ zahlen.
Eine meiner persönlichen Favoriten: Die App AK MiniLabor 11. Eine App, die sich auf sehr unterhaltsame Weise dem Periodensystem der Elemente und einer gewissen Basis-Chemie nähert. Mit einigen Geschicklichkeits- und Wissensspielen werden hier die Grundlagen in dem Bereich vermittelt. Diese App deckt das nötige Spektro-Wissen vollkommen ab.
Eine App die ich bisher nicht ausprobiert habe, weil es mir dazu noch zu wenige aussagekräftige Bewertungen gibt, ist die Katmin Strahlenschutz App … Hat die schon jemand ausprobiert?! Ist sie zuverlässig und genau?
Hallo Thomas,
In dieser kostenlosen Variante eine sehr gute App für viele grundlegende Kennzahlen der Ultraschallprüfung. Für alle, die häufiger prüfen und eine schnelle Aussage oder Überprüfung Ihres UT Gerätes brauchen, ist diese App genau das Richtige. Auch als Lernunterstützung gut zu gebrauchen, sofern man berücksichtigt, das alle Werte im normalen Toleranzbereich (+/- 50m bei der Schallgeschwindigkeit) zu interpretieren sind.
